Vom Baum zum Produkt

Der Rohstoff Holz nimmt bei der Herstellung von Produkten eine besondere Stellung ein, da jeder Baum seine eigene Wachstumsgeschichte durch unterschiedlichste Formen und Strukturen erzählt.

Bei der Verarbeitung und Herstellung eines Produkts, achte ich nicht nur auf eine ökologische und naturgerechte Verwendung der Rohstoffe, sondern auch auf den persönlichen Charakter des Holzstücks, um daraus ein Unikat mit persönlicher Note zu formen.

Holzauswahl

Aufgrund dessen, dass auf dem europäischen Holzmarkt, keine japanische Weißeiche erhältlich ist und ich auch keine geeigneten zertifizierten Tropenhölzer für nachhaltige Forstwirtschaft bislang gefunden habe, habe ich mich als ökologisch denkender Schreiner entschieden auf heimische Holzarten zurückzugreifen.

Zuerst versuchte ich es mit Esche und verschiedenen Eichenarten. Diese waren immer zu leicht und zu weich. Bei der Eiche habe ich noch nicht alle Arten versucht, das liegt daran, das es bis zu 600 Arten auf diesem Planeten gibt. In meinem Beruf als Orgelbauer habe ich oft mit heimischer Hainbuche (Weißbuche) gearbeitet und dieses als sehr wiederstandfähiges Holz für mechanische Belastungen kennengelernt. Alle mechanischen Kleinteile bei der Orgel und dem Klavier, werden aus der Hainbuche hergestellt. Sie ist zwar im Schnitt 50-100 Gramm leichter, wie die japanische Weißeiche und trotzdem hält sie der gleichen Belastung stand. Sie zählt zu den härtesten Hölzer Europas und Ihr größer Vorteil gegenüber der Eiche ist ihre Kurzfaserigkeit, die bei hartem Übungskontakt die Gefahr des Splitterns sehr gering hält und wenn, diese leicht zu beheben sind. Aufgrund dieser Eigenschaft sind keine langen Faserrisse zu erwarten die zu einem Bruch der Waffe führen könnten.

Holzauswahl

Verarbeitung

Holz ist ein organischer Werkstoff und neigt bei Feuchtigkeitsschwankungen zum Verziehen und Arbeiten.

Aufgrund dessen arbeite ich nur mit gut abgelagertem Holz, welches vor der eigentlichen Produktion von mir aufgetrennt und erneut 6-8 Wochen bei mir in der Werkstatt gelagert wird. Dieser Arbeitsschritt nimmt die Spannungen aus dem Holz und gewährleistet, dass die Waffen sich nicht verziehen.

Während des Arbeitsprozesses achte ich stets auf Risse und Wachstumsfehler. Ebenso habe ich den Verlauf der Holzmaserung im Auge, damit ich nicht allein eine funktional Gute, sondern auch eine optisch schöne Waffe produziere.

Verarbeitung